Switzerli Handarbeitli für einen Tag.

Einmal Bern und zurück. Am 22. Oktober 2014 pfefferten Marian und Thorsten gen Süden ins Nachbarland, um dort im Berner Elevator Pitch die Idee des „Suisse Wedding Planer“ zu präsentieren. 8000,- CHF winken dem Gewinner des Businesswettbewerbs. Allein für den Versuch kann man schon mal 250,- EUR Bewegungskosten einsetzen. Gemeinsam mit ihrem Kunden Patrick Ansorg (www.rent-a-limo.ch) haben sich die Jungs was Cooles einfallen lassen.

Deutsche Handarbeit - Programmierer Thorsten Krüger entwickelt den virtuellen Suisse Wedding PlannerBald Schnee von gestern:  Nichts und niemand soll sich Liebenden bei der Hochzeitsplanung mehr in den Weg stellen. Stressfrei in den schönsten Tag des Lebens.

Der Suisse Wedding Planner.  Unterschiedliche Dienstleistungen und Dienstleister sollen zum Thema Hochzeitsevent auf dem künftigen Vermittlungsportal miteinander vernetzt werden. Sie erhalten dadurch eine gemeinsame Identität. Das Ziel ist es, den zu bestreitenden Aufwand für Einzelunternehmen drastisch zu reduzieren und ihnen so mehr Qualität und Entfaltungsmöglichkeiten bei der eigenen Arbeit zu ermöglichen und Marktneulingen den Einstieg in die Selbstständigkeit zu erleichtern. Dafür sollen eine ausgeklügelte Software und ein intelligentes Vertriebssystem sorgen. Wenn das Portal so funktioniert, wie wir es planen, kann die Methodik in andere Geschäftsbereiche übertragen werden.

Deutsche Handarbeit beim Berner Elevator Pitch in der Berner FachhochschuleMit ihrer Ideenbeschreibung lösen die Jungs das Ticket nach Bern und kommen nachmittags in der Schweizer Hauptstadt an. 

Deutsche Handarbeit - Marian Prill beim Berner Elevator Pitch in Bern (Schweiz) Deutsche Handarbeit - Chefentwickler Thorsten Krüger in Bern (Schweiz)Trotz Regen: Die Aufnahme der Erinnerungsfotos fällt nicht ins Wasser. Im Kofferraum steht das eigene  Flipchart. Mehr braucht es für die Ideenbeschreibung bei einem 3-minütigen Elevator Pitch nicht.

Gegen 18 Uhr geht es dann ans Eingemachte. Eine siebenköpfige Jury spitzt die Ohren und will  innerhalb von 3 Minuten erfahren, was es mit dem Suisse Wedding Planner auf sich hat. Da sitzen wichtige Leute aus der Wirtschaft, die den angehenden Startups mit Rat und Tat zur Seite stehen und diese coachen.

Deutsche Handarbeit - Marian Prill freut sich über die Einladung der Universität Bern zum Berner Elevator Pitch i

Marian, in diesem Projekt verantwortlich für die Kommunikation, ergreift das Wort: „Wir sind heute hier im Zeichen der Liebe.“ Dann öffnete er seinen Hoodie und auf dem T-Shirt darunter leuchtet Amor weiß hervor.

Die Reaktionen aus dem Auditorium hielten sich in Grenzen. Egal, weiter. „Ich skizziere Ihnen das mal“, sagt Marian und zeichnet ein großes Herz aufs Flipchart. „Es ist Tradition, dass sich Liebende sich irgendwann dazu entscheiden, ein Leben lang zusammen zu bleiben“, führt er weiter aus. Doch bevor der schönste Tag im Leben kommen kann, gibt es erst mal Stress. Stille im Raum.  „Alles muss für die Hochzeit geplant werden“, gib Marian mit erhobenem Zeigefinger zu bedenken. Dafür gibt bekanntlich ja Weddingplanner. Und so einen wollen wir im Internet zum Leben erwecken. Der Suisse Wedding Planner soll eine Durchdringungsstärke von Facebook in der Schweiz erreichen, lautet der Plan.

Thorsten? Der Chefentwickler von Deutsche Handarbeit setzt den Edding an und zieht auf dem Flipchart mit einer Eleganz einen schwarzen Rahmen um das Herz, wie es  von einem Zeichenkünstler hätte kommen können. „Meine Damen und Herren, Sie sehen die mobile Tablet-Version“, erörtert Marian und erwartet einen donnernden Applaus. Weil dieser ausbleibt, geht es weiter im Text: „Ok, dieses Tablet hält Bernadette in der Hand“, lauten die nächsten Ausführungen. „Sie ist gestern leider arbeitslos geworden. Heute sitzt sie schon bei ihren Nachbarn, weil sie erfahren hat, dass diese im kommenden Jahr heiraten wollen.“

Deutsche Handarbeit - konzipiert den Suisse Wedding Planner

 

Heute noch ein Dummy – im nächsten Jahr ein funktionierendes Portal.

„50.000 Fränkli ist uns unsere Liebe wert“, verkündet Bernadettes Nachbar Urs in der Geschichte. Ok, das ist ein Wert, mit dem es sich rechnen lässt, sagt Bernadette und trägt die Zahl auf dem Tablett ein. Nun erscheinen verschiedene Regler und man kann das Budget nach Belieben verteilen. Thorsten? „Ja, es gibt ja die Location, Catering, Stretchlimousinen und vieles mehr, an was man denken muss.“

Am Ende haben Bernadette und die verliebten Nachbarn das Hochzeitsbudget komplett verplant. Nun muss nur noch der Button „Verbindlich Buchen“ gedrückt werden. Das System schreibt und versendet Aufträge, schreibt und versendet Rechnungen. Und Bernadette erhält von allen Unternehmen attraktive Provisionen. Der Suisse Wedding Planner. Alles im Auftrag der Liebe.

Strahlende Gesichter in der Jury. Ein Herr mit Anzug und graumeliertem Haar erkundigt sich bei Marian ob er das Produkt selbst auch nutzen würde. „Na, klar“, platzt es aus Marian heraus. „Ist doch ne coole Sache. Jeder kann so zum Verkäufer werden. Leute, die heute arbeitslos sind, haben morgen einen Job.“ Eine Frau meldet sich: „Wie verdient man denn Geld damit? Was ist das Businessmodell dahinter?“ Antwort: Wenn eine Location zum Beispiel ein Hotel 10.000 CHF für eine Hochzeit verlangt, dann kann sich jeder Suisse Wedding Planer eine eigene Provision oben drauf setzen. Zum Beispiel 1.500 CHF. Und wir als Plattformbetreiber können das natürlich auch.

Ok. Der Pitch ist vorbei. Als Marian und Thorsten den Raum verlassen, hören sie draußen Gelächter. Es ist gut gelaufen. Wirklich gut gelaufen. Die beiden überlegen, wie sie die 8000 Fränkli sinnvoll für das Projekt investieren. Doch dann kommt das große Wunder von Bern. Ihr seid leider nicht dabei, verkündet ein Entsandter auf dem Flur. Die Kinnladen rutschen den Jungs auf die Knie. „Sie konnten nicht plausibel erklären, womit Geld verdient wird“, verkündet der Entsandte. „Und überhaupt wieso sollte man das nutzen?“ Die Jungs schauen sich an und müssen lachen. Sie setzen sich ins Auto und düsen nach Hause.

Der Suisse Wedding Planner wird trotzdem gebaut. 2015 wissen wir mehr.